Divine Providence

Letzte Woche kletterten Fabian Borter und ich die Route Divine Providence auf den Grand Pilier d‘ Angle innerhalb 24 Stunden.
Zuerst verbrachten wir 2 Tage beim Klettern rund um den Grand Capucin um uns ein bisschen an die Höhe zu gewöhnen und den Schnee setzten zu lassen, der die Tage zuvor gefallen war.
Am Freitag etwas nach 3 Uhr starteten wir vom Fourche Biwak. Wir gelangten ziemlich problemlos über den Col Moor zum Einstieg.
Die untere Hälfte der Wand kletterten wir noch mit dem Rucksack am Rücken. Wirklich sicher, dass wir richtig in der Routenführung sind, waren wir nicht wirklich. Wir fanden auch praktisch kein Material im unteren Wandteil. Trotzdem standen wir bereits um 11 Uhr auf dem Biwakband vor den schwierigen Längen.  Nach einer kurzen Pause kletterten wir weiter. Nun folgten 8 wunderschöne Seillängen in bestem Mont-Blanc Granit. Bis zu den zwei Seillängen in der steilen Verschneidung ging auch noch alles On-Sight. Leider waren dann diese beiden Längen komplett nass. Wie die On-Sight Begehungen von Cedric Lachat und Nina Caprez diese Saison zeigten, wären sie trotz Nässe kletterbar gewesen. Doch wir entschieden uns,  möglichst schnell darüber zu kommen und gaben den On-Sight Versuch auf.  Nach ca. 11 Stunden klettern standen wir am Ende des steilen Wandteils-endlich raus aus den engen Kletterfinken. Über einfache Kletterei gelangten wir  auf den Grand Pilier d’Angle. Dort machten wir eine kurze Pause um ein bisschen Schnee zu schmelzen, bevor wir uns aufmachten um über den Peutrey-Grat auf den Mont-Blanc zu gelangen. Als wir wieder aufbrachen, ging langsam die Sonne unter. Eine wirklich unglaubliche Stimmung. Im Mondlicht und unter klarem Sternenhimmel erreichten wir gegen 23 Uhr den Gipfel. Der starke Wind erlaubte uns nur einen kurzen Handschlag, bevor es mit dem Abstieg weiter ging. Langsam setzte mir die Höhe und die Anstrengungen der letzten Stunden richtig zu. Fabian, der etwas besser akklimatisiert war, machte den Anschein als würde ihm die Höhe nicht zusetzten. Nach einem kurzen Halt im Vallot Biwak, was eher ein Mülloch ist als ein Biwak, kam ich dann auch wieder zu Kräften. Etwas vor 1 Uhr, nach knapp 22 Stunden, kamen wir pünktlich zum Frühstück zum Refuge du Goûter.
Ein grosses Dankeschön geht an Cedric Lachat, der uns  wichtige Tips und Tricks zur Tour gab. Ohne diese wäre eine Begehung in dieser Zeit nicht möglich gewesen. Vor allem die Routenfindung im unteren Wandteil ist nicht zu unterschätzen.
Leider kam das Fotografieren mal wieder etwas zu kurz.

Neuer Sponsor

Ich arbeite nun seit bald fünf Jahren, neben dem Studium, als Verkäufer bei Bächli-Bergsport, dem grössten Spezialisten für Bergsport und Outdoor-Aktivitäten der Schweiz. Darum freut es mich umso mehr, dass ich seit diesem Jahr nun auch in sportlicher Hinsicht von dieser super Firma profitieren kann. Es freut mich nun auch Teil des Bächli-Bergsport Athleten-Teams zu sein.

 

 

Portfoliobild-Bächli-Bergsport-01

Jahresrückblick 2015

 

Das Jahr 2015 ist zu Ende. Es war für mich wieder ein sehr tolles Jahr mit unglaublich vielen schönen Berg- und Klettererlebnissen — nicht zuletzt dank dem unglaublichen Schönwettersommer. Die vielen langen Tage in den Bergen forderten jedoch auch ihre Tribute.
Ich musste mich im November am Knie operieren lassen. Der Befund war leider nicht so positiv, wie ich gehofft hatte: Komplett abgerissener Meniskus. Folge: Drei Monate Ausfall und nur 50% Chance, dass ich den Meniskus behalten kann. Nun ist aber schon über die Hälfte der Schonung durchgestanden und es sieht bis jetzt nicht so schlecht aus. Zudem habe ich mich mittlerweile auch ziemlich gut mit dem Griffbrett und der Klimmzugstange angefreundet, was mir einen sauberen Aufbau erlaubt.
Nun möchte ich mich ganz herzlich bei meiner Familie, meinen Freunden und meinem Sponsor Mammut für die geniale Unterstützung bedanken.

Ich wünsche allen ein tolles 2016!

Das Jahr in Bildern

 

 

Gorges du Tarn

Philipp und Maurice (nicht die Zigaretten) und ich genossen die letzten warmen Tage des Jahres in der Gorges du Tarn. Wir waren alle immer fleissig am Meter abspulen. Bei Routen im Schnitt zwischen 30 und 60 Meter, kam in 6 Klettertagen einiges zusammen.

Die ersten 3 Tage verbrachten wir im Royalen Sektor „Tennessee“. Ich versuchte mich in der, dem Sektor namensgebenden, Kingline „Tennessee“ 8b. Zu Beginn war es ein ziemlicher „Chlapf a Gring“, doch sobald die Finger etwas geschwollen waren und sich an die Löcher gewöhnt hatten, ging es schon viel besser und ich konnte sie am dritten Tag im insgesamt sechsten Versuch abknipsen. Daneben kletterte ich noch „Les nouvelles plantations du christ“ 8a und „Les ailes du désir“ 8a, Flash und On Sight . Beides wunderbare 50m lange Kletterreisen.
Maurice kletterte zuerst die erste Länge von „les ailes du désire“ 7b+, welche ihm im 3. Versuch gelang. Danach schloss er sich Philipp an und versuchte die 1. Länge von „Les nouvelles plantations du christ“ 7c+.
Am 4. Klettertag gings zuerst in den Sektor „Amphitheater“ wo wir alle den Pfeiler von „Salvador Dali“ 7c versuchten, welche ich dann flashen konnte. Später gingen wir dann in den Sektor „Güllich“, wo es etwas kürzer und spritziger abgeht. Ich hängte “ le spectre de l‘ ottokar“ 8b ein. Welche mir fast im 2. Go gelang. Jedoch fehlte mir dann für den Durchstieg an diesem Tag doch etwas die Spannung. Philipp und Maurice (immer noch keine Zigaretten) versuchten sich in“ Action Discret“ 7c, wo bei Maurice am Schluss noch knapp das finale Zweifingerloch verpasste. Ich hatte danach etwas mehr Glück und konnte sie mit super Betas noch flashen.
Somit waren wir alle motiviert nach einem Ruhetag in Montpellier in diesen Sektor zurück zu kehren.
Nach dem Einklettern im Sektor „Tresor du Zebre“ ging es dann wieder rüber zum „Güllich“ wo die Stände drauf warteten geklippt zu werden.
Zum Glück konnte ich dann“ le spectre d l‘ ottokar“ 8b gerade im ersten Versuch des Tages nach Hause bringen. Nun war Philipp mit seinem Versuch in „Action Discret“ 7c dran, wobei er am letzten Zug noch abtropfte. Maurice liess dann in seinem fünften Versuch nichts mehr anbrennen und stieg sie souverän durch. Nicht schlecht für die zweite 7c von Maurice.
Philipp erfüllte dann die Pflicht auch in seinem 5. Versuch und Hängte den Stand mit einem stylischen One Arm Clipper. Zum Schluss konnte ich mir noch einen Durchstieg von „Bar bitturique“ 8a erkämpfen, wobei mir die kurze Dachprügelei nochmals alles abverlangte.
Den letzten Tag verbrachten wir nochmals im Sektor „Tennessee“, wo sich dann wunderbarste Kletterdramaturgie abspielte. Maurice rutschte weit nach der Schlüsselstelle 2 Meter unter dem Stand aus einem Topf von „Les nouvelles plantations du christ“. Dies wäre drei Wochen nach seiner ersten 7c seine erste 7c+ geworden. Wie hart kann des Kletterers Leben nur sein.
Ich kletterte noch im 2. Go „Priez pour nous“ 8a+ und dann noch „Le plaisir qui démonte“ 7c On Sight.
Zum Schluss belohnte sich Maurice jedoch noch mit der boulderigen „ Slab to love“ 7b.
Am Abend fühlten wir dann alle eine zufriedene Müdigkeit, nach 6 intensiven Klettertagen.

 

Hybris 8c+ Film- und Fotosession

Letzte Woche am Dienstag, gingen wir nochmals zurück ins Lehn zum Filmen von Hybris  mit Daniel Bleuer. Es war ein super Tag bei perfektem Wetter. Maurice Gilgen, welcher mich eine Woche zuvor beim Durchstieg sicherte war auch wieder dabei. Zudem waren Lucio Nadig und Marco Burn auch am Fels anzutreffen.
Nebst dem erfolgreichen Filmen, was Daniel und mich einiges an Konzentration und Ausdauer kostete, konnten Lucio und Maurice auch noch ihre Projekte klettern.
Lucio gelang der Durchstieg von „Amber“ 8b+/8c und Maurice konnte mit „Schweizerhalle“ seine erste 7c (nach Griffausbruch)  punkten.
Nach dem Filmen, reichte es sogar noch kurz um einige Fotos zu machen.
Nun freue ich mich, schon bald den fertigen Film schauen zu können.

La Svizzera, Wendenstöcke

Bereits letzten Herbst machte ich mit Fabian Borter den ersten Versuch in „La Svizzera“. Damals stiegen wir jedoch irrtümlicherweise über „Im Auge des Zyklopen“ ein. Wir gelangten somit erst in der 6. Länge in „La Svizzera“. Diese geniale 60 Meter lange 7c-Länge gelang mir damals onsight. Sie ist etwas vom besten in den Wenden; lange bis zu zehn Meter lange Runouts, jedoch immer ein rettender Bolt, wo es knifflig wird. Chapeau an die Erstbegeher! Damals gelang mir jedoch die kurze 8. Länge (7c+) nicht auf Anhieb. Für ein nochmaliges Einsteigen reichte dann leider die Zeit nicht mehr. Als wir nach zwei weiteren Längen am Ende der Route ankamen, wurden wir dann auch schon von Gewitter mit Hagel empfangen, was uns einen abenteuerlicheren Abstieg versprach.

Am letzten Mittwoch unternahm ich mit Nicolas Hojac einen erneuten Versuch. Wir fanden sogar den ziemlich eindeutigen richtigen Einstieg. Die ersten drei Längen sind etwas brüchig, jedoch teils auch mit Sika verstärkt. Danach wird es typisch wenden mässig mit bomben Kalk. Bis zur 6. Länge gelang mir alles onsight oder flash mit einem Onsight in der überhängenden Schlüssellänge, welche mit 8a+ bewertet ist. Auch Nicolas gelang sie locker im Flash. Am Stand finden wir beide, dass es sich hier eher um 7c+ handelt als um den vorgeschlagenen Grad. In der 6. Länge flog ich leider gepumpt raus. Immer hin wusste ich, dass sie mir beim ersten Versuch onsight gelang. Nicolas konnte sie dann flash nachsteigen. Die kurze 8. Länge (7c+) konnte ich dann immerhin noch ohne Sturz nachklettern, womit ich alle Längen frei geklettert bin und ausser die 8. alle onsight oder flash. Die letzten 2. Längen liessen wir dann aus, da es schon spät war, und wir beide Lust auf Pizza verspürten.
Grundsätzlich ist „La Svizzera“ eine der besten Wendenrouten. Die Erstbegeher haben sich extrem Mühe gegeben, alle Standplätze sind mit Ketten ausgerüstet  und Bolts nur wo nötig platziert. Zu unserem Bewertungsvorschlag siehe unser korrigiertes Topo.